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Sport und Spass auf dem Wasser

Pontoniere
Die Bootsführer, ausgebildete Pontoniere, gehen an Bord und helfen ihren jungen Gästen beim Einsteigen. Rechts oben im Bild Leo Brütsch, Leiter des Kurses. Er gibt Anweisungen für die Schnupperfahrt. swb-Bild: Ritter

Erste Mädchen machen beim »Männerbetrieb« der Pontoniere mit

Diessenhofen. Am Samstag nahmen Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 15 Jahren an einem Schnupperkurs für Jungpontoniere teil. Zwanzig Buben und vier Mädchen trafen sich vor dem Vereinsdepot der Pontoniere im Gries in Diessenhofen.

Leo Brütsch, Leiter der Jungpontoniere, leitete den Kurs. Er begrüsste die Teilnehmer und erklärte den Tagesablauf. Weidling fahren, Schnüren, ein Ausflug mit dem Schlauchboot und zum Abschluss ein Zvieri standen auf dem Programm. Brütsch teilte die Teilnehmer in sechs Gruppen ein. Vier fahren in Weidlingen, eine Gruppe mit dem Schlauchboot und eine Gruppe übt Seilverbindungen. Jede halbe Stunde wird gewechselt.

Ein kalter Ostwind fegt über den Rhein, nicht einladend für eine Bootsfahrt. Das scheint den jungen Leuten nichts auszumachen, alle sind gut gelaunt. Vier Weidlinge sind bereit für einen Ausflug. Sie dümpeln in der Strömung, festgemacht an der Ufermauer vor dem Pontonierdepot, daneben das Schlauchboot. Es wurde von Hand aufgepumpt und ins Wasser getragen. Die Bootsführer, ausgebildete Pontoniere, gehen an Bord und helfen ihren jungen Gästen beim Einsteigen.

Die Weidlinge fahren los. Die Bootsführer drücken den Stachel kraftvoll in den Grund, Es geht flussaufwärts. Später wechseln sie vom Stachel auf das Ruder. Das dauert nur wenige Sekunden. Das Boot schiesst zur Rheinmitte, quert die Strömung und steuert das gegenüberliegende Ufer an. Gerudert wird stehend. Der Steuermann steht hinten. Nachdem er mit vollem Körpereinsatz das Boot vorwärtsgetrieben hatte, zieht er das Ruder durchs Wasser zurück und steuert so die Fahrrichtung. Für den Vorderfahrer ist es etwas einfacher. Nach seinem Vorwärtsschlag zieht er das Ruder über dem Wasser zurück. Die jungen Gäste dürfen es auch versuchen, eine tückische Angelegenheit. Es sah so einfach aus, aber jetzt ist es mit der zielstrebigen, flüssigen Fahrt vorbei. Auf dem Schlauchboot müssen die Gäste tüchtig paddeln. Es ist einfach aber anstrengend. Am Gartenzaun neben dem Depot wird das Schnüren gelehrt. Pontonier Tobias Brunner zeigt Seilverbindungen wie Schifferknoten, Ankerknoten, Mastwurf. Nach einigen Fehlversuchen funktioniert es auch bei den Schnupperkurs-Teilnehmern.

Nachdem alle ihre ersten Erfahrungen auf dem Weidling, dem Schlauchboot und beim Schnüren gemacht hatten, gab es beim Depot eine Bratwurst vom Grill und etwas zu trinken. Es war ein gelungener Anlass. Brütsch rechnet damit, dass wie in früheren Jahren 30 bis 40 Prozent der Teilnehmer auf Grund des Schnupperkurses den Jungpontonieren beitreten werden.

Werbung für den Pontonier-Sport

Seit einigen Tagen werben Plakate in der Region Diessenhofen für einen Beitritt zu den Jungpontonieren. Man lerne das Führen von Booten auf dem Rhein und mache Ausflüge mit Schlauchbooten. Besonders verlockend dürfte der Hinweis auf ein Lager mit Motorbootausbildung sein. Es ist ein 10-tägiges Sommer-Ferienlager in Einigen am Thunersee, wo ältere Teilnehmer den Umgang mit Aussenbordmotoren lernen dürfen. Nach dieser Ausbildung können sie sich für den Schiffsführerkurs anmelden und das Patent machen, sobald sie 18 Jahre alt sind. Jugendliche dürfen jeweils am Freitag ab 18:30 Uhr beim Pontonierdepot an einem Probetraining teilnehmen.

Bei den Jungpontonieren Diessenhofen machen derzeit 23 Jugendliche im Alter von 9 bis 20 Jahren mit. Erstmals in diesem Jahr ist auch ein Mädchen dabei. Sie heisst Nadine Birk und teilt die Begeisterung für die Pontoniere mit ihrem Vater, ihrem Grossvater und ihren Onkeln. "Wenn mehr Frauen bei uns mitmachen möchten, würden wir Dusche und Garderobe umbauen. Wir sind noch für Männerbetrieb eingerichtet" sagt Pontonier Christian Birk.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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